
Wie klopfen mir geholfen hat, einen Urlaubstag zu geniessen
Wir waren im Urlaub in Albanien und hatten uns auf diesen Tag sehr gefreut.
Mein Mann wollte sich einen kleinen Traum erfüllen: einmal ein Boot mieten, das man ohne Bootsführerschein selbst fahren darf. Nur wir fünf als Familie an Bord. Anhalten, wo es uns gefällt. In einer Bucht schwimmen. Nicht an einen festen Ablauf gebunden sein und kein Ausflugsboot mit vielen anderen Menschen teilen.
Die Route hatte uns der Vermieter erklärt. Trotzdem war es ungewohnt.
Wir kannten die Gegend nicht. Es gab Felsen im Wasser, auf die wir achten sollten. Und natürlich kamen auch Gedanken: Was ist, wenn etwas mit dem Boot nicht klappt? Wenn wir etwas übersehen? Wenn wir irgendwo anfahren und etwas kaputtgeht?
In der Nacht davor war ich sogar einmal wach geworden und hatte lange über all das nachgedacht.
Dann ging es los.
Vorfreude – und plötzlich Übelkeit
Nach wenigen Minuten auf dem Boot wurde mir richtig schlecht.
Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet. Wir waren schon öfter mit Booten unterwegs gewesen. Auch auf einer schnelleren geführten Tour in der Türkei war alles in Ordnung gewesen.
Dieses Mal war die Übelkeit sehr präsent. Und schnell kam die Angst dazu:
Was ist, wenn das jetzt die ganze Fahrt so bleibt?
Kann ich den Tag dann gar nicht genießen?
Halte ich das überhaupt durch?
Was ist, wenn ich mich übergeben muss?
Vielleicht war es die Bewegung des Bootes, vielleicht die Aufregung, vielleicht war es alles zusammen: die ungewohnte Situation, die Sorgen vom Abend davor und das Gefühl, dass viel schiefgehen könnte.
Ich musste in diesem Moment nicht herausfinden, was genau der Auslöser war. Mir ging es erst einmal darum, gut durch diesen Augenblick zu kommen.
Ich bin nicht hilflos
Also begann ich zu klopfen.
Ich ging durch die Punkte, ohne lange darüber nachzudenken. Besonders oft klopfte ich unter dem Auge und am Schlüsselbein.
Dabei suchte ich nicht nach den perfekten Worten. Die Übelkeit war deutlich genug. Ich spürte einfach hin:
Mir ist schlecht.
Ich habe Angst, dass es schlimmer wird.
Vielleicht bin ich aufgeregt.
Vielleicht mache ich mir Sorgen, ob alles klappt.
Was ist, wenn wir Probleme mit dem Boot bekommen?
Ich weiß nicht mehr, ob ich fünfzehn oder dreißig Minuten geklopft habe.
Aber irgendwann wurde es besser.
Nicht, weil ich plötzlich sicher wusste, dass nichts passieren würde. Sondern weil ich mich wieder etwas ruhiger fühlte. Ich konnte den Tag genießen, baden, die Landschaft anschauen und mich über diesen besonderen Familienausflug freuen.
Was für mich dabei am wertvollsten war:
Ich war dem Gefühl nicht einfach ausgeliefert.
Ich hatte etwas, das ich in diesem Moment für mich tun konnte.
Weil Klopfen für mich eine vertraute Praxis ist, verbindet mein Körper es inzwischen mit einem Moment von Aufmerksamkeit und Beruhigung. Das ist keine Garantie dafür, dass Übelkeit immer verschwindet. Aber in dieser Situation hat es mir geholfen, wieder bei mir anzukommen.
Eine kleine Klopfrunde für einen Moment, der zu viel wird
Du musst nicht wissen, warum dein Körper gerade so reagiert.
Vielleicht bist du aufgeregt. Vielleicht macht dir etwas Sorgen. Vielleicht ist da einfach ein unangenehmes Gefühl, das gerade viel Raum einnimmt.
Klopfe langsam durch die Punkte, die du kennst – oder bleibe bei einem Punkt, der sich für dich stimmig anfühlt.
Du kannst dabei innerlich mitgehen mit dem, was gerade da ist:
Das ist gerade unangenehm.
Mein Körper reagiert gerade.
Da ist diese Unruhe.
Da sind diese Gedanken, was alles passieren könnte.
Ich muss das jetzt nicht vollständig lösen.
Ich darf einfach einen Moment bei mir bleiben.
Und mit selbst einen Impuls von Sicherheit geben.
Wenn dir Worte nicht helfen, lass sie weg.
Spüre einfach die Empfindung im Körper. Klopfe. Atme. Und nimm wahr, was sich verändert.
Manchmal braucht es nicht sofort eine Antwort auf alles.
Manchmal ist es schon viel, in einem unruhigen Moment zu wissen:
Ich kann mir jetzt etwas Gutes tun.
Hinweis: Dies war meine persönliche Erfahrung an diesem Tag. Das ist keine Garantie für bestimmte Ergebnisse.

